In den vorliegenden Arbeiten wird die Idee des Impromptu als offener kompositorischer Prozess auf die Verbindung von Musik und Skulptur übertragen. Jeder Skulptur ist eine Partitur zugeordnet, wobei Partitur und Skulptur in einem wechselseitigen Prozess entstanden sind. Ausgangspunkt ist ein sukzessives, teilweise improvisatorisches Komponieren von Passagen, die abwechselnd in musikalische oder räumliche Strukturen übersetzt werden. Weder Skulptur noch Partitur können als primär verstanden werden.
Im Zentrum der Serie steht das Wechselspiel von Dissonanz und Konsonanz und deren unterschiedliche Wirkung in Raum und Zeit. Während in der Musik ein Klang relativ zu seinem unmittelbaren Vorher und Nachher wahrgenommen wird, erscheinen in der Skulptur sämtliche Zustände der Komposition gleichzeitig im Raum. Dadurch treten Spannungen und Auflösungen nicht linear, sondern simultan in Erscheinung: Dissonanz und Konsonanz überlagern sich als räumlich erfahrbares Gefüge. In dieser Gleichzeitigkeit untersucht die Serie die Verschiebung musikalischer Zeitlichkeit in eine räumliche Ordnung und experimentiert mit den daraus entstehenden unterschiedlichen Formen von Wahrnehmung.